Inhalte des „Studiengang Gesundheitsökonomie“

Was ist Gesundheitsökonomie?

Das deutsche Gesundheitswesen ist von einschneidenden Veränderungen geprägt. Auf der einen Seite stehen die Anstrengungen des Gesetzgebers, die Ausgaben zu begrenzen, während andererseits die demographische Entwicklung und vor allem der medizinische Fortschritt zu steigenden Ausgaben führen werden. Die Institutionen und Unternehmen des Gesundheitswesen sind dadurch einem erheblichen Anpassungsdruck ausgesetzt. Die Ökonomie und ihre Subdisziplinen können wichtige Beiträge zur Lösung der drängenden Probleme leisten. Die Gesundheitsökonomie bietet vor diesem Hintergrund den Studierenden die Möglichkeit, sich ökonomische Kenntnisse anzueignen und diese mit medizinischem Know-how zu verknüpfen.
Ihnen werden Wissen und Fähigkeiten vermittelt, um in einem immer wettbewerblicher werdenden Gesundheitswesen die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Im internationalen Vergleich wurden an deutschen Hochschulen erst relativ spät Studiengänge zum Gesundheitswesen konzipiert, die über die engen medizinischen Kategorien hinausgehen. In einigen bereits bestehenden Aufbaustudiengängen sind die Gesundheitsökonomie und die betriebswirtschaftliche Fächer nur rudimentär vertreten. An diesen Defiziten setzt der Studiengang des IaG und der FH Schmalkalden an, indem die inhaltlichen Schwerpunkte bewusst anders - einem Mix aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen - gesetzt werden.


Berufschancen

Das Studium der Gesundheitsökonomie befähigt die Studierenden zur Bewältigung einzelbetriebswirtschaftlicher Probleme in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die Absolventen sind daher insbesondere zur Übernahme von Führungs- und Sachaufgaben in einschlägigen Tätigkeitsfelder der Unternehmen und Organisationen des Gesundheitswesens geeignet. In der Wachtumsbranche Gesundheitswirtschaft, die u.a. von hohen Beschäftigungszugewinnen gekennzeichnet ist, bieten gesundheitsökonomische Kenntnisse entscheidende Wettbewerbsvorteile. Die Nachfrage nach derartigen Qualifikationen wird stark zunehmen. Mögliche Arbeitsfelder sind beispielsweise Gesetzliche und private Krankenkassen, Krankenhäuser, Arztpraxen, medizinische Versorgungszentren, pharmazeutische Hersteller und Medizinprodukteindustrie, Rehailitationseinrichtungen, Prüfungs- und Beratungsgesellschaften sowie Verbände des Gesundheitswesens.


Studienziel

Das Ziel des berufsbegleitenden Studiums ist es, den Studierenden in den Bereichen der Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement fundierte fachliche Kenntnisse zu vermitteln, so dass sie in der Lage sind, relevante Problemstellungen des Gesundheitswesens im angemessenen Rahmen auch mit wissenschaftlichem Instrumentarium zu bearbeiten. Den Studierenden sollen dabei die Urteilsfähigkeit und Kompetenz zur kritischen Reflexion von Wissenschaft und beruflicher Praxis vermittelt werden, um die Einordnung der Fragestellungen in übergreifende Zusammenhänge vornehmen und beantworten zu können.


Das Studium vermittelt

  • Kenntnisse über die volkswirtschaftlichen und gesundheitsökonomischen Grundzusammenhänge des Gesundheitswesens
  • Kenntnisse im Bereich des Managements von Gesundheitseinrichtungen, insbesondere Krankenhäuser, ambulanten Leistungserbringern, Netzwerken u.a
  • Kenntnisse im Bereich der Versicherungsökonomie und -betriebslehre - ergänzt um sozialrechtliche Kenntnisse
  • Einblicke in Fragestellungen der medizinischen Ökonomik
  • Kenntnisse im Bereich der angewandten Informatik sowie allgemeine Grundkenntisse in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre
  • Kenntnisse der Vorbereitung und Verfassung eines wissenschaftlichen Artikels, sowie die Präsentation eines Lösungsansatzes
  • Kenntnisse in der Erarbeitung neuer Lösungsansätze im Seminar „Denken in Analogien“ und auf der Exkursion zu einem Unternehmen einer anderen Branche


Interdisziplinäre Hospitationen

Während des Studienjahres besteht das Angebot eine einwöchige Hospitation in einem anderen Bereich des Gesundheitswesens zu absolvieren.
Vor dem Hintergrund einer interdisziplinären Zusammensetzung der Teilnehmer wird dies teils eigenverantwortlich teils vom IaG organisiert. Ziel soll sein, eine andere Perspektive des Gesundheitswesens kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Damit soll sowohl die Urteils- als auch die Reflexionsfähigkeit und ein Verständnis im übergreifenden gesundheitsökonomischen Sinne gefördert werden.


Studienvoraussetzungen

Für die Aufnahme zu dem weiterbildenden Studium gelten folgende Zulassungsvoraussetzungen:
  • Abschluss eines Hochschulstudiums oder eines vergleichbaren Studiums an einer Berufsakademie (BA), sowie eine mindestens einjährige Berufspraxis im Gesundheitswesen oder
  • Vordiplom im Rahmen eines für die Weiterbildung förderlichen Studiums sowie eine mindestens zweijährige Berufspraxis im Gesundheitswesen oder
  • allgemeine oder fachgebundene Hochschul- oder Fachhochschulreife oder vergleichbarer Abschluss, sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Beruf und eine mindestens zweijährige Berufspraxis im Gesundheitswesen oder
  • Realschulabschluss sowie eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten für die Weiterbildung förderlichen Beruf sowie eine mindestens vierjährige Berufspraxis im Gesundheitswesen.


Studienverlauf

Das berufsbegleitende Studium gliedert sich in zwei Semester. Es endet mit der Prüfung zum Gesundheitsökonom (FH).
Das erste Semester vermittelt Kenntnisse in den Lehrgebieten
- Gesundheitsökonomie und der Gesundheitspolitik
- Volks- und Betriebswirtschaftslehre
- Sozialrecht
- Management von Gesundheitseinrichtungen
- Medizin und Ökonomik
- Grundlagen der Informatik und e-Health

Das zweite Semester vermittelt Kenntnisse in den Lehrgebieten
- Krankenhauscontrolling und Krankenhausorganisation
- Versicherungsökonomik und Versicherunsbetriebswirtschaftslehre
- Internationale Gesundheit und Evaluation
- Qualitätsmanagement
- Neue Versorgungsformen
- Finanzierung und Rating von Krankenhäusern
- Evidence based Medicine (EBM) und Medizincontrolling
- Ethik und offene Fragen der Medizin


Abschluss und Zertifikat

Ist die Prüfung bestanden, so wird das Zertifikat "Gesundheitsökonom/-in (FH)" verliehen. Gleichzeitig mit dem Zeugnis wird das Zertifikat mit dem Datum des Zeugnisses ausgehändigt. Das Zertifikat wird vom Rektor unterzeichnet und mit dem Siegel der Fachhochschule versehen.


Studienorganisation

Der Weiterbildungsstudiengang "Gesundheitsökonom (FH)" wird durch das Institut für angewandte Gesundheitsökonomie (IaG), das in Bayreuth beheimatet ist, betreut und organisiert. Das IaG verfügt über jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Gesundheitsökonomie und im Gesundheitsmanagement und ist in der Lehre in verschiedenen anderen Weiterbildungsstudien-gängen tätig.


Kosten

Die Studiengebühren betragen je Semester 4.400,- Euro pro Semester.
Sie sind bei der Immatrikulation zu bezahlen. Bei weiteren Fragen zu dem weiterbildenden Studium stehen Ihnen unsere Ansprechpartner gerne zur Verfügung.


Dipl.-Gesundheitsökonomin Martha Fuchs
Bodenseering 73

95445 Bayreuth

Telefon: 0176 / 70178451
Telefax: 0921 / 39 403
E-Mail: martha.fuchs@iag-bayreuth.de
Peggy Schütze
Zentrum für Weiterbildung
Asbacher Straße 17c
98574 Schmalkalden

Telefon: 03683 / 688- 1762
Telefax: 03683 / 688- 1927
E-Mail: p.schuetze@fh-sm.de

Sprechzeit: Mo-Fr 09.00 - 16.00 Uhr